HundehalsbänderHundehalsbänder

Halsbänder, Geschirre, Leinen und Leinenführigkeit

Hier eine kleine Übersicht darüber, was zu beachten ist um entspannte Spaziergänge mit seinem Hund zu fördern ohne lästiges Ziehen an der Leine oder gar aggressives Verhalten an der Leine.

Im Prinzip möchten Hunde das gleiche wie wir Menschen auch: Ein Spaziergang, der angenehm ist, ohne Gezerre und ohne Schmerzen. Dass es sich anders entwickelt beginnt oft damit, dass Menschen bei Spaziergängen ungeduldig werden und deshalb an der Leine rucken und zerren. Dadurch lernt der Hund, dass Spaziergänge eine Art Wettziehen sind und zerrt seinerseits umso kräftiger an der Leine. So hat man statt gegenseitiger Kooperation und gegenseitiger Achtsamkeit eine Art Kampf. Jeder Ruck, jeder Zug und jede Spannung auf der Leine ist unangenehm für den Hund. Das gilt erstrecht dann, wenn er ein Halsband trägt.

Wenn Mensch oder Hund stark an der Leine zieht oder ruckt und der Hund dabei ein Halsband trägt, kann dies zu ernst zu nehmenden Verletzungen führen, die oftmals nicht sofort bemerkt werden, sondern erst viel später. Hierbei kann es sich um Schädigung der Halswirbelsäule mit Verschiebung der Bandscheiben handeln und um Schädigung der Stimmbänder oder des Kehlkopfes. Auch kann es vorkommen, dass dem Hund beim Ziehen kurzzeitig geradezu die Luft abgeschnürt wird und er danach heftig keuchen muss. Manche Arten von Halsbändern können sogar die Haut beschädigen oder haben nach innen gerichtete Stacheln, die durch die Haut dringen.

Die Annahme, dass ein Hund durch Schmerzen lernen würde nicht mehr an der Leine zu ziehen, ist irrtümlich. Tatsächlich ist es so, dass Schmerzen den Hund noch stärker dazu veranlassen zu fliehen und sich somit zu bemühen die direkte Nähe zu seinem Menschen zu verlassen, in der Hoffnung dadurch dem Schmerz zu entkommen. In der Tat verstärkt sich dadurch jedoch der Zug und somit auch die Schmerzen.

Wenn der Hund erlebt, dass sein Mensch ihm durch Leinenrucke Schmerzen zufügt, kann dies sein Vertrauen zu seinem Menschen nachhaltig schädigen und sein gutes Verhältnis zu ihm trüben. Hinzu kommt noch, dass es leicht passieren kann, dass der Hund die Schmerzen in Verbindung bringt mit Tieren, Dingen oder Personen, die er zu Gesicht bekommt, während ihm der Schmerz zugefügt wird. Wenn zum Beispiel bei Anblick eines fremden Hundes an der Leine das Herrchen die Leine seines eigenen Hundes ruckartig kürzer fasst, sich anspannt und seinem Hund mit strenger, harter, lauter oder nervöser Stimme ermahnt dicht bei ihm zu bleiben, so können all diese Dinge, also Strenge, Anspannung und Schmerzen, ihn dazu veranlassen, andere Hunde an der Leine künftig als Bedrohung zu empfinden und diese entsprechend zu verbellen.

Aus all dem ergibt sich, dass es empfehlenswert ist, Spaziergänge mit seinem Hund möglichst ruhig und gelassen durchzuführen und auch in etwas bedenklicheren Situationen noch Souveränität und Gelassenheit auszustrahlen. Seinem Hund bringt man von Anfang an bei, dass er sich an der Leine frei bewegen kann, dass die Leine selbst jedoch stets leicht durchhängend, ab und an auch leicht gespannt sein darf, aber keine große Spannung in sie kommen sollte. Zusätzlich achtet man darauf den Hund an einem Geschirr oder zumindest an einem „schonenden“ Halsband zu führen, damit er nicht doch noch Schmerzen erleidet. Es kann auch bei einem gut leinenführigen Hund leicht passieren, dass er sich beispielsweise vor etwas sehr erschreckt oder durch etwas, was sich schnell bewegt, der Impuls bei ihm ausgelöst wird sofort hinterherzurennen. Solch ein spontanes Loslaufen kann dann durch Halsband und Leine ein schmerzhaftes Ende nehmen.

Hinzu kommt noch, dass der Hals ein auch im emotionalen Sinne sehr sensibler Bereich für einen Hund ist. Berührungen oder Streicheleinheiten im Halsbereich sind für Hunde etwas Intimes, das zwischen Freunden als sehr angenehm empfunden wird. Hunde, die in Bezug auf ihren Hals an der Leine zu viel erleiden müssen, stumpfen jedoch in diesem Bereich ab und werden dadurch was diese Gefühle betrifft abgestumpft. Im Extremfall entwickeln sie sogar eine extreme Scheue bezüglich Berührungen im Halsbereich und versuchen sich diesen nach Möglichkeit zu entziehen, selbst dann wenn man sie nur streicheln will.

Falls die Probleme Ihres Hundes an der Leine bereits so weit fortgeschritten sind, dass eine Umstellung auf ein Geschirr oder eine andere Leine und etwas geduldiges Training keine Linderung bringen, ist es zu empfehlen den Rat eines erfahrenen Hundeverhaltenstherapeuten einzuholen, der nach einem ausführlichen Gespräch einen Therapieplan für ihren Hund aufstellt. Es sollte darauf geachtet werden, einen Therapeuten zu finden, der auf Starkzwangmethoden verzichtet, der also nicht versucht den Hund gewaltsam zu unterwerfen, sondern einen Weg über Liebe und Verständnis wählt. Es wäre zum Beispiel unsinnig einen Hund, der sich an der Leine aggressiv gegenüber anderen Hunden verhält, sofort auf Biegen und Brechen direkt an einer Gruppe anderer Hunde vorbeizuführen, wenn der Hund einfach noch nicht so weit ist, dabei ruhig zu bleiben. Auf die Gefühle des Hundes muss auf jeden Fall Rücksicht genommen werden.

Im Folgenden folgt ein paar Worte zu einigen der handelsüblichen Geschirre, Halsbänder und Leinen.

Würgehalsbänder/Zughalsbänder/Kettenwürger

Wie der Name schon erahnen lässt, sind derartige Halsbänder in ihrer Wirkung noch wesentlich fataler als normale Halsbänder. Einen Hund zu würgen ist nicht sinnvoll sondern birgt hohe Verletzungsgefahr, ist schmerzhaft und bringt den Hund in eine für sein empfinden lebensbedrohliche Situation, wodurch er schwer traumatisiert werden kann. Doch selbst dann, wenn das Halsband so eingestellt ist, dass die Würgewirkung ausbleibt, ist beispielsweise ein Kettenhalsband immer noch ein sehr hartes Halsband, das sich in den Hals eindrücken kann und von Hunden oftmals als besonders unangenehm empfunden wird.

Stachelhalsbänder mit nach innen gerichteten Stacheln

Ein Halsband mit nach innen gerichteten Stacheln ist für einen Hund eine absolute Tortur und sollte niemals angewandt werden. Zudem ist die Verletzungsgefahr ganz besonders groß.

Stachelhalsbänder mit nach außen gerichteten Stacheln

Handelt es sich hierbei um Nieten, die zwar spitz geformt aussehen aber an ihren Enden doch stumpf sind, so spricht hiergegen nicht viel mehr als das, was gegen Halsbänder grundsätzlich spricht. Handelt es sich jedoch um wirklich spitze oder sonstwie unangenehme Nieten, die dazu dienen sollen andere Hunde vom eigenen Hund fern zu halten oder „zu wildes Spielen mit anderen Hunden“ zu unterbinden, so kann sich dies als äußerst fatal erweisen. Hunde sind soziale Geschöpfe und brauchen die Möglichkeit, unbeschwert mit anderen Hunden zu spielen. Wenn es jedoch beim Spielen mit diesem Hund immer wieder zu „Unfällen“ kommt, bei denen der andere Hund durch die Stacheln des Halsbands Schmerzen zugefügt bekommt oder gar verletzt wird, so wäre das gleich in mehrfacher Hinsicht schlecht. Zum einen hätte man damit einem Hund etwas angetan, zum anderen hätte man es zu Recht mit den verärgerten Besitzern dieses Hundes zu tun. Die langfristige Folge wäre jedoch, dass über kurz oder lang die Hunde aus dem Bekanntenkreis Ihres Hundes sich angewöhnen würden, künftig einen Bogen um diesen Hund zu machen, um nicht wieder Schmerzen zu erleiden. Der Hund würde sozial ausgegrenzt und vielleicht sogar verbellt werden. Unter Umständen würde dies sogar dann noch bestehen bleiben, wenn er dieses Halsband nichtmehr trägt, da die anderen Hunde nicht registrieren, dass die Gefahr gebannt ist und sie den ihnen zugefügten Schmerz wohlmöglich sogar als absichtlich zugefügten schmerzhaften Angriff Ihres Hundes interpretierten. Ihr Hund selber kann durch die soziale Ausgrenzung unglücklich und depressiv werden und seinerseits ebenfalls eine ausgeprägte Hemmung bezüglich des Kontaktes zu Artgenossen entwickeln.

Moxonleinen / Retrieverleinen / Vorführleinen / Leinen mit integrierter Halsung

Hierbei handelt es sich um Leinen, in die das Halsband bereits integriert ist, so dass auf ein seperates Halsband für den Hund verzichtet wird. Diese Leinen sind meist recht schmal und hierbei oftmals auch noch rund. Solch ein rundes Seil um den Hals zu haben ist sehr unangenehm, erstrecht wenn Zug darauf kommt.

Als besonders fatal erweisen sich Moxonleinen, die ohne Zugstopp konzipiert sind. Dies bedeutet nichts anderes, als dass der um den Hals des Hundes liegende Leinenteil sich immer stärker zusammenzieht, wenn Zug auf die Leine kommt, was einem Würgen mit einem dünnen Strick entspricht und unter ungünstigen Umständen sogar tödlich enden kann.

Auch Vorführleinen auf Hundeausstellungen haben oftmals eine integrierte Halsung und sind hierbei meist sehr schmal geschnitten. Daher würde ich empfehlen dem Hund diese wenn überhaupt nur während der fünf Minuten, die die tatsächliche Vorführung dauert, anzulegen und nicht über einen längeren Zeitraum. Ein Würgen sollte selbstverständlich auch hierbei ausgeschlossen sein.

Manche Halsbänder oder Geschirre mit eingearbeiteter Leine haben eine Art Gummizug im Bereich der Halsung eingearbeitet. Von diesen ist ebenfalls abzuraten, denn sowohl das Gefühl, wenn das Gummiband sich spannt, als auch das Gefühl wenn es zurückschnellt, sobald die Leinenspannung nachlässt, ist unangenehm für den Hund.

Antibellhalsbänder / Dufthalsbänder / Stromhalsbänder / Sprühhalsbänder / Ultraschallhalsbänder

Von dergleichen ist dringend abzuraten. Bellen ist ein natürlicher Bestandteil des Ausdrucksverhaltens eines Hundes. Ihm dies (oder ein sonstiges „Fehlverhalten“) mit gewaltsamen Methoden abgewöhnen wollen ist erstens Tierquälerei und zweitens funktioniert es oftmals gar nicht. In den meisten Fällen empfindet der Hund die Strafe entweder als willkürlich oder setzt sie zwar mit etwas in Bezug, jedoch mit der falschen Sache. Oder er versteht zwar worum es geht, es wird hierbei jedoch so über das Ziel hinausgeschossen, dass der Hund eine regelrechte Panik entwickelt vor dieser Sache und allem, was mit dieser Sache in Zusammenhang steht. Ich halte es nicht für sinnvoll, einem Hund eine Phobie geradezu anzutrainieren durch Foltermethoden.

Dufthalsbänder senden Gerüche aus, die die Nase eines Hundes um ein vielfaches Stärker wahrnimmt als die Nase eines Menschen und ihn somit mit intensiv beißenden Gerüchen traktiert, die sich auch noch einige Zeit in der Luft halten.

Stromhalsbänder setzen den Hund einem Stromstoß aus. Was das bedeutet kann sich wohl jeder selbst ausrechnen.

Sprühhalsbänder sprühen einen Wasserstrahl in das Gesicht des Hundes, was für ihn erstens etwa zehnmal so heftig empfunden wird als wenn man es bei einem Menschen tun würde und zweitens von einem für den Hund sehr unangenehmen Zischlaut begleitet wird, der in ihm Urängste weckt wie die Angst vor Schlangen.

Wenn ein Hund gezwungen ist irgendeines dieser Spezialhalsbänder zu tragen, lebt er in ständiger Angst, da er nie vorhersehen kann, wann völlig überraschend für ihn plötzlich wieder dieser unangenehme Geruch, dieses unangenehme Geräusch oder was immer es ist ausgelöst wird und ihn erschreckt durch die Plötzlichkeit, mit der es auftritt. Dadurch wird sein Leben äußerst angespannt und er verliert seine innere Sicherheit, wird unausgeglichen und nervös. Technische Schwierigkeiten können zudem dafür sorgen, dass die unangenehme Wirkung des Halsbandes ab und an völlig ungewollt ausgelöst wird, so dass der Strafreiz auch dann vorkommen kann, wenn der Hund nur friedlich irgendwo steht, was seine Angst noch vergrößern kann und den Eindruck von Willkür statt Therapie noch verstärkt. Auch kann es passieren dass der Strafreiz verknüpft wird mit etwas, was er gerade während seines Verhaltens sieht (z.B. spielende Kinder) und mit diesen somit etwas Negatives verknüpft, eventuell sogar eine Aversion gegen sie entwickelt, was starke Probleme nach sich ziehen kann.

Normale Halsbänder

Ein normales Halsband ist die noch vertretbarste Alternative zu einem Geschirr. Hierbei ist jedoch breit geschnittenen Halsbändern aus weichem Material unbedingt Vorzug zu geben. Ein zu schmal geschnittenes Halsband oder ein Halsband aus Schnüren oder Rundleder verstärkt das unangenehme Gefühl, das entsteht, wenn Zug auf die Leine kommt oder an der Leine geruckt wird, und verstärkt auch die Verletzungsgefahr.

Haltis

Von Haltis als Erziehungshilfen ist abzuraten. Hunde sind keine Pferde. Ein Kopfhalfter, das dazu dienen soll den Kopf des Hundes gegen seinen Willen wegzuwenden von einem Tier das ihn nervös macht oder aufregt oder ihn zu zwingen zu seinem Menschen zu schauen ist für Hunde keineswegs beruhigend und verhilft auch in den seltensten Fällen zu besserer Leinenführigkeit sondern dient eher dazu ihre Panik oder Aggression noch zu steigern. Hinzu kommt, dass Haltis bei nicht ganz korrekter Anwendung eine ganz erheblich große Verletzungsgefahr bergen, besonders dann, wenn an ihnen geruckt wird. Daher sollten sie wenn überhaupt nur über einen sehr kurzen Zeitraum zum Einsatz kommen und hierbei in exakt richtiger professioneller Weise angewandt werden.

Brustgeschirre

Brustgeschirre sind die bessere Alternative zum Halsband. Bei Brustgeschirren wird der Druck nicht auf die empfindliche Halswirbelsäule konzentriert sondern verteilt sich besser. Brustgeschirre werden in verschiedenen Varianten hergestellt. Es ist darauf zu achten, dass das Geschirr gut sitzt. Daher sollte es entweder in seinen Abmessungen genau passend auf den betreffenden Hund zugeschnitten sein oder durch Schnallen so verstellbar sein, dass es passt. Hunde haben rassebedingt und bedingt durch ihren Ernährungszustand die unterschiedlichsten Körperformate, daher passt nicht für alle das gleiche.

Das Geschirr selbst sollte so gestaltet sein, dass alle am Hund anliegenden Bereiche des Geschirrs sich angenehm weich anfühlen und nicht scheuern, auch nicht am oftmals nur spärlich behaarten Bauch. Daher sind bei manchen Hunden gepolsterte Geschirre die beste Wahl, besonders wenn diese Hunde partiell eher spärlich behaart sind. Besonders praktisch sind Geschirre, die sich an zwei Stellen öffnen lassen, wodurch es leichter ist das Geschirr dem Hund anzulegen.

Erziehungsgeschirre

Von sogenannten „Erziehungsgeschirren“ ist abzuraten. Manchmal ist mit diesem Begriff ein Halti gemeint, zu dem ich mich bereits äußerte. Manchmal ist auch ein unter dem Namen „Easy Walk“ im Handel erhältliches Geschirr gemeint. Dieses hat dünne unter den Achseln verlaufende Schnüre und ist für Hunde dadurch schmerzhaft.

Im Allgemeinen würde ich dazu raten auf den Kauf von Halsbändern oder Geschirren, die das Wort „Erziehung“ im Namen tragen, grundsätzlich zu verzichten, da es sich hierbei nahezu immer um etwas handelt, was für den Hund besonders unangenehm und dadurch kontraproduktiv ist.

Fleixileinen

Flexileinen kommen zum Einsatz, wenn man seinem Hund beibringen möchte, an der Leine zu ziehen. Anfangs mögen es manche Menschen noch als besonders praktisch empfinden, wenn eine Leine ständig auf Spannung ist und dadurch beispielsweise vom Menschen als lästig empfundenes am Boden schleifen verhindert wird. Auf Dauer nimmt solche Leinenspannung jedoch überhand und wird zum Zerren. Daher ist es sinnvoller von Anfang an eine entspannte leicht durchhängende Leine zu haben.

Bei Flexileinen lernen Hunde jedoch, dass sie an der Leine ziehen müssen, um mehr Leinenfreiheit zu bekommen. Dies Verhalten behalten sie dann später bei, was sehr unangenehm werden kann, wenn die Länge der Leine tatsächlich ausgereizt ist und dennoch weiter gezogen wird. Häufig erlebt man es, dass einem Hund bereits als Welpen durch eine Flexileine das Ziehen beigebracht wird, da zu dieser Zeit der Mensch noch leicht in der Lage ist den Welpen zu zerren. Sobald der Hund groß und stark ist, wendet sich jedoch das Blatt und nun ist der Hund es, der sein Herrchen zerrt. Dass jegliches Ziehen an Leinen für Hunde sehr unangenehm und riskant ist, egal ob sie selbst es sind, die ziehen, oder sie gezogen werden, wurde bereits weiter oben erläutert.

Wer seinem Hund viel Leinenfreiheit ermöglichen will, braucht dafür keine Flexileine, sondern kann einfach eine entsprechend lange Leine kaufen. Wer dennoch eine Flexileine verwendet, sollte sie zumindest so einstellen, dass sie sich weder von alleine einrollt noch durch Zug entrollt sondern in einer bestimmten Länge fest fixiert ist, auch wenn hierdurch ihre eigentliche Funktion verlorengeht.

Normale Leinen

Eine Führleine für normale Spaziergänge mit dem Hund sollte eine Länge von zwei bis drei Metern aufweisen, nicht weniger.

In manchen Situationen kann man wohl Ausnahmen machen. Beispielsweise wenn man gerade mit dem Hund in Bus oder S-Bahn ist oder sich im Großstadtbereich bewegt an Orten wo sehr viele Menschen rumlaufen oder alles sehr beengt ist und viel Verkehr ist. In solchen Fällen kann man auch kurzfristig auf eine kürzere Leine ausweichen, besonders wenn der Hund noch nicht gut genug erzogen ist, sondern andernfalls ständig fremde Leute belästigen würde, etc.

Auf Dauer ist es jedoch nicht zu empfehlen. Das Problem ist: Bei zu kurzer Leine kommt Zug auf die Leine sobald der Hund etwas zu langsam geht oder etwas schneller als sein Mensch geht oder mal kurz am Wegrand schnüffeln will, was ihm durchaus gegönnt sein sollte. Es wäre für den Hund bei so geringem Spielraum sehr schwierig sein Schritttempo ständig an das des Menschen anzupassen. Zudem kommt dann auch zu leicht Zug auf die Leine bei Richtungswechsel des Menschen, wenn der Hund diesen nicht schnell genug mitbekommt oder sich nicht schnell genug anpassen kann. Für entspannte Spaziergänge ist daher eine leinenlänge von mindestens zwei Metern unbedingt empfehlenswert und kürzere Leinen sollten wenn überhaupt nur kurzzeitig in Ausnahmesituationen zum Einsatz kommen. Meist ist dies jedoch überflüssig, da ja auch eine längere Leine sich bei Bedarf kürzer fassen oder kürzer einstellen lässt.

Abgesehen von der Leinenlänge sollte auch das Gewicht der Leine Beachtung finden. So macht es wenig Sinn für einen besonders kleinen leicht gebauten Hund eine wuchtige besonders breite Leine aus einem schweren Material zu verwenden. Eine Leine sollte generell möglichst leicht sein und zudem auf Größe und Gewicht des Hundes abgestimmt.

Beinleinen / Leg Leader

Besonders kurze Leinen zum Erlernen der Leinenführigkeit einzusetzen ist aus den genannten Gründen nicht empfehlenswert, das gilt ebenso für die kurzen am Bein befestigten Beinleinen, auf die daher komplett verzichtet werden sollte. Auch macht es allgemein Sinn sich von der Vorstellung zu befreien, der Hund müsse ständig sklavisch ganz dicht genau neben seinem Menschen laufen, da der Hund so keine Möglichkeit hat den Spaziergang zu genießen und auszukosten.

AutorAutor

Lex 04/2009