Campbell-ZwerghamsterCampbell-Zwerghamster

SteckbriefSteckbrief

Wissenschaftlicher Name: Phodopus campbelli
Deutscher Name: Campbell-Zwerghamster
Englischer Name: Djungarian hamster
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Hamster (Cricetinae)
Gattung: Kurzschwanz-Zwerghamster (Phodopus)
Art: Campbell-Zwerghamster (Phodopus campbelli)
Größe: 7 bis 12 cm
Gewicht: 20 bis 40 Gramm
Lebenserwartung: zwei Jahre
Geschlechtsreife: 20 bis 30 Tage
Tragzeit: 19 bis 23 Tage
Wurfgröße: 4 bis 10
Brutpflege: Die Jungen werden nackt und blind geboren. Nach 10 - 14 Tagen öffnen sie die Augen und nehmen feste Nahrung zu sich. Etwa zu diesem Zeitpunkt verlassen sie auch erstmals das Nest.
Sozialverhalten: monogame Paare (Paargemeinschaft mit Nachwuchs) in freier Wildbahn; in Gefangenschaft Gruppenhaltung/Paarhaltung möglich, eher Einzelhaltung
Aktivitätsphasen: überwiegend nachtaktiv
Lebensraum: Steppen und Halbwüsten der Mongolei, des nordöstlichen Chinas
Ernährung: Samen, selten auch Insekten

HaltungsdiagrammHaltungsdiagramm

Anschaffungskosten
Unterhaltskosten
Platzbedarf
Zeitbedarf
Empfindlichkeit
Exoten-Faktor
Wildheit
Lärm-Faktor
Stink-Faktor
Verletzungsgefahr

Verbreitung / HerkunftVerbreitung / Herkunft

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Der Campbell-Zwerghamster lebt in den Steppen und Halbwüsten der Mongolei und des nordöstlichen Chinas. Der Speiseplan enthält karge Ernährung, wie Gräser, Pflanzensamen, aber auch Insekten. Häufig bewohnt der Campbell-Zwerghamster Baue anderer Kleinsäuger. 

AllgemeinesAllgemeines

Der Campbell-Zwerghamster ist sehr eng mit den Dsungarischen Zwerghamstern verwandt.

In der Heimtierhaltung wurden Campbell-Zwerghamster mit Dsungarischen Zwerghamster verpaart, wodurch sogenannte Hybriden entstanden sind. Durch diese Züchtung ist schwer zu beurteilen, ob die jeweiligen Zwerghamster reinrassig sind. Die natürliche Fellfarbe eines Campbells ist grau/braun, der Bauch ist weißlich und sie besitzen einen dunklen Rückenstreifen. Im Gegensatz zu Dsungaren haben sie einen spitzeren Kopf, ihre Augen liegen näher beieinander und ihre Ohren sind spitzer. Desweiteren besitzen Campbell-Zwerghamster bei der Zucht eine große Farbenvielfalt, welches sie ebenfalls stark von Dsungaren unterscheidet, der kaum Farbmutationen besitzt.


Campbells sind nachtaktiv und unternehmen nur selten tagsüber kurze Ausflüge. Für kleine Kinder sind deswegen auch diese Zwerghamster nicht geeignet. Sie werden allerdings relativ schnell futterzahm.

HaltungHaltung

Wenn man die Anschaffung eines Campbells plant, sollte man vorher sein Gehege fertig eingerichtet und das nötige Zubehör besorgt haben. Unten findet ihr eine Checkliste dafür. Bei der Wahl des Aufstellungsortes sollte man Zugluft vermeiden, direkt am Fenster oder auf der Heizung sollte der Käfig nicht stehen. Eine etwas dunklere Ecke kommt den nachtaktiven Tieren natürlich entgegen. Glücklicherweise haben sie aber einen festen Schlaf, man kann also ruhig tagsüber Musik hören oder Fernsehen gucken (in Zimmerlautstärke).

Campbell-Zwerghamster können in gleichgeschlechtlichen 2er Gruppen gehalten werden, allerdings funktioniert das auf Dauer nur manchmal. Man sollte eine Gruppenhaltung aber nur riskieren, wenn man sich schon gut mit den Tieren auskennt und vor allem genug große Käfige übrig hat. Eine Gruppe in der es Streit gibt, muss nämlich sofort getrennt werden und man kann sie dann nicht mehr zusammen setzen, andernfalls können sich die Tiere gegenseitig sogar töten. Deswegen sollte ein Campbell-Zwerghamster eher als Einzeltier gehalten werden, vor allem von Anfängern in der Zwerghamsterhaltung!

Wenn der neue Mitbewohner dann da ist gilt erst einmal: Viel Geduld haben! Der Einzug ist für einen Hamster sehr stressig, und man sollte ihn deshalb mindestens eine Woche lang völlig in Ruhe lassen. Auch wenn er neugierig von sich aus ankommt, sollte man ihn in dieser Zeit nicht aus dem Käfig nehmen. Man kann ihm die Hand mit Futter entgegen halten, um ihn an den eigenen Geruch zu gewöhnen.

Wenn Mensch und Tier sich dann langsam aneinander gewöhnt haben kann man den Hamster wenn er wach ist auch aus dem Käfig holen. Allerdings ist Freilauf in der Wohnung normalerweise nicht möglich, weil überall Gefahren lauern: Stromkabel, scharfe Gegenstände, enge Ritzen, ... Deshalb grenzt man am besten einen bestimmten Bereich ab, in dem der Kleine sich austoben kann.
Aber nicht jeder Hamster genießt seinen Freilauf, wenn man merkt dass er nur panisch auszubrechen versucht sollte man ihn wieder in seinen Käfig lassen. Freilauf kann einen großen Käfig nicht ersetzen, umgekehrt schon.
Etwa alle 4 Wochen sollte man das Streu im Käfig wechseln. Die Toilettenecken können zwischendurch natürlich häufiger gereinigt werden, aber selbst dort stinkt es normalerweise kaum. Zu häufiger Streuwechsel ist deshalb nicht gut, weil der Hamster sich seine Duftmarken setzt und Gänge gräbt. Dauernde Veränderungen verursachen nur unnötigen Stress. Wenn ein Streuwechsel ansteht kann man z.B. etwas von seinem Nistmaterial aufheben und nach dem sauber machen wieder in sein Haus packen. So findet er zumindest dort einen gewohnten Geruch vor.

Tierarztbesuche sind in der Regel nur notwendig, wenn der Hamster Symptome einer Erkrankung zeigt. Impfungen sind nicht nötig.
Zubehör - Checkliste:
  • Käfig, Aquarium oder Terrarium (Ideallänge: 1 Meter mit Etagen)
  • möglichst staubfreies Kleintierstreu (etwa 10 cm hoch)
  • Chinchilla-Sand zur Fellpflege (z.B. in einer Schale)
  • kleingerissene Papiertaschentücher oder Klopapier (für Nestbau)
  • Laufrad (Mindestdurchmesser: 20 cm)
  • Versteckmöglichkeiten (Häuschen, Brücken, Ebenen, Tunnel,...)
  • Wasserbehälter (Schale oder kleine Trinkflasche)
  • Kleine Transportbox für Tierarztbesuche
Der häufigste Fehler ist, dass man den Platzbedarf eines Hamsters unterschätzt. Tierläden verkaufen oft viel zu kleine Käfige, in denen die bewegungsfreudigen Tiere dann leiden. Ein Laufrad ersetzt keine große Grundfläche! Da Hamster was die Verpflegung angeht so gut wie nichts kosten sollte man beim Käfig auf keinen Fall sparen. Und auch wenn man nicht viel Geld hat kann man z.B. ein altes Aquarium verwenden oder einen Schrank artgerecht umbauen.

Beim Kauf von Zubehör sollte man allgemein darauf achten, auf billiges Plastik zu verzichten. Holz und Keramik sehen nicht nur schöner aus, sondern sind auch garantiert ungiftig. Insbesondere Plastikröhren sind außerdem eine Brutstätte für Krankheitserreger.
Es gibt aber auch einiges, was man sich sparen kann. Lecksteine zum Beispiel sind überflüssig, weil ein Hamster alle nötigen Mineralien über die Nahrung aufnimmt. Für Vitamintropfen gilt das selbe. Dann gibt es spezielle Hamster-Toiletten, die nun wirklich überflüssig sind. Die meisten Hamster suchen sich ihre Pinkelecken selber aus, und wenn man es mit einem extra Klo versuchen möchte tut es dafür auch eine kleine mit Sand gefüllte Schale.
Auf keinen Fall kaufen sollte man Hamsterbälle, denn diese sind sogar tierschutzwidrig. Auch Hamsterwatte kann gefährlich sein, weil sich die Tiere in den dünnen Fäden verheddern können.
Sogar ein Futternapf ist für Trockenfutter nicht unbedingt notwendig - es ist eine schöne Beschäftigung für die Hamster, wenn sie sich ihre Körner wie in der Natur selber im Käfig zusammensuchen müssen.

ErnährungErnährung

Man sollte täglich einen Teelöffel Körnerfutter bestehend aus z.B. Kleinsämereien, verschiedenen Saaten und Getreiden verfüttern. Normales Hamsterfutter eignet sich nicht gut für Zwerghamster, weil es zu fetthaltig ist. Es gibt aber extra Zwerghamster-Mischungen, auf die man zurück greifen kann. Manche Tierläden bieten auch an, sich sein Futter selber zusammenzumischen - dann sollte man sich aber natürlich vorher gut informieren, was eine gesunde Mischung enthalten muss. Sehr gut geeignet, sowohl als Futter, als auch als Beschäftigung, sind Kolbenhirse, Silberhirse oder auch Getreideähren.

Zusätzlich zum Trockenfutter sollte man auch Frischfutter anbieten, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht zu viel Frischfutter fressen, weil dies zu Durchfall führen kann. An neues Frischfutter sollten die Zwerghamster erst mit kleinen Mengen gewöhnt werden. Besonders Obst kann in zu großen Mengen schnell zu Verdauungsproblemen führen, zusätzlich enthält Obst sehr viel Fruchtzucker, was ungesund ist. Vor allem für Campbell-Zwerghamster, da sie zu Diabetes neigen.Außerdem sollte man vermeiden, dass Frischfutter gehamstert wird und im Käfig zu schimmeln beginnt. Gut verträglich sind zum Beispiel Salatgurke und Karotte.

Zu guter letzt sollte man den Hamstern noch eiweißreiche Nahrung anbieten, vor allem in der Schwangerschaft ist das wichtig. Man kann hierfür z.B. Mehlwürmer, Grillen, Heimchen oder Heuschrecken verfüttern. Aber auch hier gilt, dass man es nicht übertreiben sollte: ein bis zwei Mehlwürmer pro Woche reichen vollkommen aus. Als Alternative zum Lebendfutter kann man auch hochwertiges Hunde- und Katzentrockenfutter oder fettarmen Naturyoghurt anbieten. Es gibt aber auch Hamster, die all das strikt ablehnen. Überleben können sie trotzdem, man sollte sich dann also nicht zu viele Sorgen machen und es einfach von Zeit zu Zeit wieder probieren.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Manchmal liest man, dass man Hamstern kein Wasser anbieten muss. Das kann ein tödlicher Fehler sein! Man muss ihnen immer Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen.

ZuchtZucht

Hamster sind sehr fruchtbare Tiere, bei denen auch mal ein Wurf von 10 oder sogar mehr Tieren vorkommen kann. Für alle Abnehmer zu finden ist gar nicht so einfach, da die Tierheime bereits voll sitzen mit Hamstern. Man sollte sich bevor man Nachwuchs wünscht also sicher sein, dass man Abnehmer hat (und dabei bedenken das mit Sicherheit 50% der Personen die zugesagt haben wieder abspringen) oder im Notfall weitere artgerechte Käfige vorhanden sind um die Jungen zu behalten.

Hamster werden bereits mit etwa 4 Wochen geschlechtsreif, jedoch sollte man sie noch nicht in diesem Alter decken lassen. Die Tiere sind in dem Alter noch nicht ausgewachsen, sodass es zu Komplikationen während der Trächtigkeit oder Geburt kommen kann. Außerdem kann in diesem Alter weder der Charakter der Tiere noch evtl. Krankheiten festgestellt werden, da man aber nur mit Tieren züchten sollten die gute Charaktereigenschaften aufweisen (nicht bissig, viele Züchter achten außerdem auf sehr soziale Tiere die evtl. zu zweit gehalten werden können etc.) und keine Erbkrankheiten haben. Um Erbkrankheiten besser ausschließen zu können sollten die Vorfahren der Elterntiere außerdem bekannt sein. Das heißt Tiere mit denen gezüchtet werden soll, sollten unbedingt selber von einem Züchter stammen, und nicht aus der Zoohandlung o.ä., denn hier kann man nicht nachvollziehen welche Krankheiten oder Charaktereigenschaften die Eltern hatten oder ob es sich tatsächlich um reinrassige Campbells handelt (immer häufiger werde Hybriden aus Campbell und Dsungarischen Zwerghamstern als reinrassige Tiere angeboten, wobei diese nicht immer leicht zu unterscheiden sind). Weibchen sollten zwischen 3 und 6 Monaten alt sein für den ersten Wurf, mit etwa 1 Jahr sollten sie keine weiteren Würfe bekommen, da sie zu alt werden. Außerdem sollte man keinem Weibchen mehr als 3 Würfe im Leben zu muten.

Weibliche Hamster sind etwa alle 4-5 Tage paarungsbereit. Im Gegensatz zu Mittelhamstern verfallen Zwerghamster nicht in die so genannte Deckstarre, anhand derer man gut erkennen kann, ob der Hamster paarungsbereit ist. Daher ist äußerste Vorsicht geboten beim zusammensetzen der Tiere!
Am besten lässt man die Tiere auf einem neutralen Gebiet zusammen treffen (beispielsweise in der Badewanne, hier ist Platz und die Tiere können nicht abhauen). Eine andere Variante ist es, dass Weibchen zum Männchen in den Käfig zu setzen, jedoch niemals andersrum! In beiden Fällen darf man die Tiere auf keinen Fall aus den Augen lassen und sollte dicke Handschuhe tragen, um bei einem Streit in den man eingreift nicht selber gebissen zu werden.
Es ist möglich den Vater mit der Mutter zusammen wohnen zu lassen bis zur Geburt der Jungen, nicht alle Dsungaren sind jedoch erfreut über die Gesellschaft anderer Hamster, sodass man gut beobachten muss ob sie sich streiten und man sie trennen muss.
Spätestens jedoch 19 Tage nach dem decken sollte das Männchen vom Weibchen getrennt werden, damit das Weibchen nicht direkt nach der Geburt wieder gedeckt wird.

Während der Trächtigkeit und wenn das Weibchen die Jungen säugt muss es unbedingt vermehrt tierisches Eiweiß in Form von Quark, Rindgehacktem, Mehlwürmern oder anderen Insekten bekommen. Geschieht dies nicht, kann es dazu kommen das sie nicht genügend Milch produziert oder aber eines oder mehrere Jungen auffrisst um den hohen Eiweißverbrauch durch die Jungen auszugleichen.
Zudem wird das Weibchen spätestens wenige Tage vor der Geburt ein weiches Nest bauen wollen, dazu sollte ihr viel Heu, Stroh oder Klopapier angeboten werden, niemals jedoch Hamsterwolle, darin können sich die Jungen Gliedmaßen abschnüren oder daran sterben wenn sie diese fressen.
Man sollte der Mutter ein Häuschen mit abnehmbarem Dach anbieten, um später einfacher Nestkontrollen durchführen zu können. Es ist gut jeden Tag einmal kurz ins Nest zu schauen, während die Mutter beispielsweise durch Futter abgelenkt ist, um zu überprüfen ob tote Junge im Nest liegen. Meist werden diese von der Mutter aufgefressen um keine Fressfeinde anzulocken, eine Garantie gibt es dafür aber nicht. Dabei jedoch niemals die Jungen anfassen, sie könnten von der Mutter verstoßen werden!
Der Käfig darf kurz vor der Geburt und solange die Jungen im Nest sind nicht komplett gesäubert werden, um die Mutter nicht zu stören, das heißt man sollte den Käfig etwa 1 Woche vor der Geburt und 2 Wochen danach nicht säubern, nur evtl. vorhandene Kloecken dürfen gesäubert werden.

Die Jungen verlassen das erste Mal bereits mit geschlossenen Augen das Nest. Dabei gibt es einige Gefahrenquellen, die unbedingt beseitigt werden sollten. Es darf keine (tiefen) Wassernäpfe im Gehege geben, in denen sie ertrinken können, außerdem müssen Etagen durch eine Art Geländer gesichert werden, damit sie nicht runter fallen. Das Laufrad sollte kurz vor der Geburt der Jungen schon entfernt werden, um Verletzungen zu vermeiden. Kleine Ritzen, beispielsweise zwischen der Gehegewand und dem Häuschen, sollten so gesichert werden, dass die Jungen nicht dahinter fallen können und nicht mehr raus kommen.
Die Kleinen passen am Anfang überall durch, daher eignet sich ein Gitterkäfig zur Jungen Aufzucht nur bedingt, wenn er einen Gitterabstand von weniger als 1cm hat. Ein Aquarium bei dem es keine Gitterstäbe gibt durch sie sie sich quetschen können ist besser geeignet.

Wichtig während der ganzen Aufzucht ist, dass die Mutter Ruhe hat und nicht gestört wird durch Geräusche oder ständiges rausnehmen oder rumwühlen im Käfig, denn das kann zum Tod der Jungen führen, indem sie verstoßen oder aufgefressen werden.

Entwicklung der Jungen:


1. Tag: unbehaart, Augen geschlossen, Kot- und Harnabsatz nur nach "Bauchmassage" der Mutter, unkoordinierte Bewegungen
3. Tag: Pigmentierung zu erkennen
5. Tag: zarter Flaum, erste Putzbewegungen
7. Tag: dichtes Fell (Bauch noch etwas länger unbehaart)
8. Tag: bei weiblichen Tieren sind die Zitzen zu erkennen
10. Tag: Kot- und Harnabsatz ohne Hilfe der Mutter
12. Tag: meist erstes verlassen noch mit geschlossenen Augen
14. Tag: Augen geöffnet, fressen vermehrt festes Futter (teilweise schon mit 5-7 Tagen von den Vorräten im Nest gefressen)
21. Tag: Tiere werden nicht mehr gesäugt -> bei größeren Würfen teilweise noch einige Tage

Mit 3-4 Wochen sollten die Jungen von der Mutter getrennt und nach Geschlechtern sortiert werden, bei Würfen mit bis zu 4 Tieren ist es sicherer bereits nach 3 Wochen zu trennen, da sich kleinere Würfe meist deutlich schneller entwickeln. Sehr große Würfe (8 oder mehr Tiere) sollten auf jeden Fall 4 Wochen bei der Mutter bleiben, um sich besser zu entwickeln.

Geschlechterbestimmung

Hierbei entscheidend ist der Abstand zwischen Geschlecht und After, der bei den Weibchen geringer ist, als bei den Männchen.

Farbvarianten

Neben ihrer Wildfarbe (Agouti) gibt es zahlreiche Farbvarianten des Campbell-Zwerghamsters.

 

Dabei werden z.B. Grundfarben und Kombinationsfarben unterschieden. Zu den Grundfarben zählen z.B. Agouti, Schwarz, Albino, Opal, Argente. Zu den Kombinationsfarben gehören beispielsweise Champagner, Lilac, Dove, Blau usw. Dabei gibt es Farben mit schwarzen und auch Farben mit roten Augen.

 

Daneben gibt es noch Modifikatoren, welche zusätzlich Auswirkungen auf die Farben haben und die Farben entweder aufhellen (Dilute, Silvering) oder verdunkeln (Umbrous).

 

Die Farben können auch alle als Scheckung auftreten. Es gibt auch verschiedene Fellvarianten, wie z.B. Satin.

 

Informationen zur Campbell-Genetik

KrankheitenKrankheiten

Entzündete Augen:
Die relativ stark hervortretenden Augen der Zwerghamster entzünden sich leicht. Ein Tierarzt-Besuch ist ratsam, meistens bekommt man dann eine Salbe verschrieben, die regelmäßig auf die entzündete Stelle gerieben werden muss.

Abgebrochene Zähne:
Falls einem auffällt, dass etwas mit den Zähnen nicht stimmt, sollte man sie unbedingt vom Tierarzt kontrollieren lassen. Entgegenwachsende Zähne die sich nun nicht mehr abnutzen können könnten sonst in die Zunge wachsen oder an anderen Stellen Schaden anrichten.

Knochenbrüche:
Hamster können Höhen nur sehr schlecht abschätzen, deshalb kommt es häufig zu Stürzen. Diese können schon aus relativ geringer Höhe zu schweren Verletzungen führen, wenn der Hamster ungünstig auf dem Boden aufkommt.
Wenn er nicht normal läuft und z.B. ein Bein nachzieht, sollte man deshalb einen Tierarzt aufsuchen. Die meisten derartigen Verletzungen heilen glücklicherweise von selber, man sollte dem Hamster einige Tage lang das Laufrad aus dem Käfig stellen und ihm weniger Platz zum laufen und buddeln bieten, damit er sich schont.

Durchfall:
Bei so kleinen Tieren kann Durchfall tödlich enden, da sie schnell austrocknen. Man sollte deshalb schnell einen Tierarzt aufsuchen, der eine Aufbauspritze geben kann und abklärt, ob es sich um eine Infektion handelt.
Hervorgerufen werden kann er durch feuchtes Einstreu, verschmutztes Trinkwasser, ungeeignetes oder ungewohntes Futter bzw. Infektionen.
Zur Behandlung gibt es sehr unterschiedliche Ansichten, die einen meinen man solle Knäckebrot, getrockneten Reis und Kamillentee füttern und auf Grünfutter verzichten, die anderen raten einfach nur zu dem Verzicht auf Grünfutter, während normales Körnerfutter weiter gegeben wird. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Hamster genug trinkt, notfalls sollte man ihm deshalb Wasser mit einer Spritze einflößen.

Wet tail diesease:
Die Symptome erinnern an Durchfall, allerdings verläuft diese Erkrankung noch schneller tödlich und muss deshalb unbedingt schnell behandelt werden. Sie tritt vor allem bei sehr jungen Tieren auf und äußert sich neben dem feuchten Hinterteil noch durch Apathie, einen gekrümmten Rücken und einen steifbeinigen Gang.

Milben und sonstige Parasiten:
Wenn sich der Hamster außergewöhnlich viel kratzt und kahle Stellen im Fell zu erkennen sind, sollte man ihn vom Tierarzt auf Parasiten überprüfen lassen. Neben der medikamentösen Behandlung ist wichtig, den Käfig gut zu desinfizieren, damit sie sich dort nicht fest setzen.

Tumore:
Leider sind viele Hamster überzüchtet, und deshalb sind Tumore keine Seltenheit. Wenn man ungewöhnliche Knubbel entdeckt oder das Tier einen aufgeblähten Bauch hat, sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Nicht immer muss ein Tumor bedeuten, dass der Hamster eingeschläfert werden muss - auch so kleinen Tieren kann eine rechtzeitige Operation das Leben retten.

 

Diabetes:

Campbell-Zwerghamster sind anfällig für Diabetes, deswegen sollte die Nahrung zuckerarm sein.

zusätzliche Infoszusätzliche Infos

Früher hielt man die Campbell-Zwerghamster für eine Unterart der dsungarischen Zwerghamster. Erst 1982 wurde der Campbell-Zwerghamster auf Grund von Studien einer eigenen Art zugeordnet.

 

Man findet allerdings nur noch selten artreine Dsungaren oder Campbells, weil man früher und auch heute noch Dsungaren mit Campbell-Zwerghamstern verpaart. Dadurch entstehen sogenannte Hybriden, welche Eigenschaften von beiden Zwerghamsterarten in Sich tragen. Durch die unterschiedliche Herkunft würde es allerdings in der Natur zu keiner Verpaarung zwischen den Arten kommen.

 

Durch die Verpaarungen wollten die Züchter eine größere Farbenvielfalt erzielen. Doch leider gab es dadurch auch Probleme:

  • männliche Tiere sind aus solchen Verpaarungen unfruchtbar

  • Während der Trächtigkeit/Geburt kann es zu Komplikationen kommen

  • Es können Fellprobleme (haarlose Tiere) oder zurückgebliebene Zwerghamster (Entwicklung) auftreten

  • Hybriden sind anfälliger für Diabetes

  • Backflipping-Syndrom: orientierungslose Hamster, welche möglicherweise unkontrolliert umfallen

Man kann heute davon ausgehen, dass 90% aller angebotenen Dsungaren Hybriden sind.

 

Zur Unterscheidung von dsungarischen Zwerghamstern und Campbell-Zwerghamstern finden sich die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale in der Tabelle:

  Campbell-Zwerghamster Dsungarischer Zwerghamster
Wildfarbe gelb-braun braun-grau
Farbmutationen Es gibt zahlreiche Farbmutationen. Campbell Zwerghamster gibt es außerdem mit roten Augen, auch Scheckungen kommen vor. Es gibt nur 4 Farbvarianten beim dsungarischen Zwerghamster. Werden Dsungaren in weiteren Farben angeboten, dann sind es keine reinrassigen Dsungaren, sondern Hybriden!
Winterfell keines können sich weiß verfärben
Aalstrich dünner und dunkelbraun breit und schwarz
Dreibogenlinie Campbells besitzen diese Linie auch, aber nicht so ausgeprägt, eher verwaschen. Ist bei den Dsungaren deutlich ausgeprägt (schwarze Linie) und trennt das Rückenfell vom weißen Bauch.
Übergang Kopf-Rumpf Der Kopf ist deutlich vom Rumpf abgesetzt. Keinen Übergang, keine Schultern.
Kopf Kopf wirkt länger, weißt vorne eine dreieckige Form auf, spitzeres Profil. Breit und rund, im Profil besitzt er eine Ramsnase.
Augen Augen sind oval und stehen näher zusammen. Größer und runder, Augen stehen weiter auseinander.
Ohren Große und spitze Ohren. Die Ohren sind meist aufgestellt. Kleine und runde Ohren. Dsungaren besitzen am Ohr eine Falte, welche ermöglicht die Ohren anzulegen.
Körperform Schlanker als der Dsungare, in der Mitte schmaler. runder

Auf dieser niederländischen Seite finden sich Bilder zur Unterscheidung von Dsungaren und Campbells

LiteraturLiteratur

Honigs, S. (2005): Zwerghamster. Biologie-Haltung-Zucht. Münster: Natur und Tier-Verlag. 2.Auflage


Text über Gruppenhaltung von Campbell-Zwerghamstern:
Bloeck, S. (2007): Ein Hamster kommt selten allein. Gruppenhaltung von Campbell-Zwerghamstern. In Rodentia Nr.39, September/Oktober 2007, S.35-37


Text zur Hybriden-Zucht:
Zachran, A. (2010): Back to nature. Artreine Dsungarische Zwerghamster werden immer seltener. In Rodentia Nager & Co Nr. 55, Mai/Juni 2010, S. 42-45

AutorAutor

Text:

  • Zwerg-im-Bikini 03/2009
  • Rennmaus 05/2009
  • Issa 05/2015 (überarbeitet)

Bilder:

  • ... xx/20xx