RotfuchsRotfuchs

SteckbriefSteckbrief

Wissenschaftlicher Name: Vulpes vulpes
Deutscher Name: Rotfuchs
Englischer Name: red fox
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Füchse (Vulpini)
Gattung: Vulpes
Art: Rotfuchs
Größe: Männchen
Kopf-Rumpflänge: 65 bis 75 cm
Schwanz: 35 bis 45 cm

Weibchen:
Kopf-Rumpflänge: 62 bis 68 cm
Schwanz: 30 bis 42 cm
Gewicht: Männchen:
5,5 bis 7,5 kg

Weibchen:
5 bis 6,5 kg
Lebenserwartung: ca. 12 Jahre
Geschlechtsreife: mit etwa 10 Monaten
Tragzeit: ca. 50 Tage
Wurfgröße: 2 bis 6 (Die Anzahl der Welpen ist vom Nahrungsangebot, der Sozialstruktur und der Sterblichkeitsrate abhängig)
Brutpflege:  
Sozialverhalten:  
Aktivitätsphasen: dämmerungs- und nachtaktiv
Lebensraum: fast auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet, außerdem in Teilen Nordafrikas,
als Neozoon in Australien stark verfolgt; Kulturfolger, sehr anpassungsfähig, Wälder, Grasland, Felder, Siedlungsgebiete
Ernährung: ernährt sich hauptsächlich von Feldmäusen, abhängig von Lebensraum und Verfügbarkeit auch von anderen Nagern, Vögeln, Essensresten aus Müll und Kompost etc.

Verbreitung / HerkunftVerbreitung / Herkunft

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In weiten Teilen der nördlichen Hemisphäre heimisch, außerdem in kleinen Gebieten Afrika. In Australien und auf verschiedenen Inseln als Neozoon (dort ganz stark verfolgt).
Die aus der Pelztierzucht entstandenen Farbvarianten gehen angeblich auf die nordamerikanische Unterart Vulpes vulpes fulva zurück; andererseits ist Vulpes vulpes fulva in freier Wildbahn durch eingeführte europäische Rotfüchse wohl nicht mehr dieselbe Unterart, wie sie etwa bei ihrer Entdeckung gewesen sein soll.
Starke Variationen in Sozialverhalten, Gestalt und Färbung je nach Region auch innerhalb Deutschlands.

AllgemeinesAllgemeines

Rotfüchse werden von Privatpersonen in der Regel deshalb gehalten, weil sie aus irgendwelchen Gründen ihre Eltern verloren haben und in Menschenhand aufgewachsen sind. Solche Tiere können extrem zutraulich werden, was eine Wiederauswilderung in einigen Fällen unmöglich macht.
In letzter Zeit scheinen aber auch zunehmend Rotfüchse in diversen Farbvarianten aus Pelztierlinien gezüchtet und an Privatpersonen verkauft zu werden.

Die Haltung von Füchsen ist aber in vielerlei Hinsicht problematisch und erfordert ein großes Verantwortungsbewusstsein sowie sehr viel Geduld, Toleranz und Kreativität.

Es gibt gravierende Gründe, die die Haltung von Füchsen erschweren. Diese sollen hier zunächst in Stichworten aufgeführt und anschließend erläutert werden:

  • Es sind und bleiben Wildtiere: unvorhersehbare Persönlichkeit und damit verbundene Problematiken
  • starker Eigensinn
  • großer Platzbedarf und Bewegungsdrang
  • Zerstörungspotenzial durch extreme Neugier und enormen Tatendrang
  • evtl. Geruchs- und Lärmbelästigung für Halter und Nachbarn
  • sehr schlechte Akzeptanz durch andere Menschen
  • ungünstige Gesetzeslage, z.T. Beamtenwillkür

Als Wildtiere sind Füchse grundsätzlich schreckhaft. Sogar wenn man sie von klein auf hat, werden sie nicht zwingend zahm. Außerdem sind sie keine Kuscheltiere. Selbst Tiere, die vor der vierten Lebenswoche verwaist sind und von Menschenhand aufgezogen wurden, die also keine natürliche Scheu vor ihren Zieheltern haben, mögen es in aller Regel nicht, dass man sie festhält, auf den Arm nimmt oder gar herumträgt. Sie sind sehr eigenwillige Tiere, die sich keineswegs jederzeit gerne anfassen und streicheln lassen. Dennoch lieben gerade solche Flaschenkinder häufig den direkten Kontakt zu ihren Menschen. Ihr Verständnis von sozialer Interaktion ist aber in aller Regel deutlich rabiater als das unsere. 

Dazu kommt, dass viele Füchse überhaupt nie wirklich zutraulich werden, oder es nur bei einer ganz bestimmten Person sind und von anderen Menschen nichts wissen wollen, ja sogar geradezu panisch reagieren.

 

Die Schreckhaftigkeit scheint bei Tieren, die aus Farmlinien stammen, nicht mehr ganz so stark ausgeprägt zu sein wie bei solchen, die aus einer wilden Population kommen. Ein langjähriges Domestikationsexperiment in Russland hat ergeben, dass der Grad von Scheu und Wildheit in direktem Zusammenhang mit der äußerlichen Erscheinung steht: Wildfarbige Tiere und Silberfüchse sollen in ihrem Verhalten den wilden Füchsen näher stehen als andere in der Pelztierzucht entstandene Farbvarianten, die Menschen gegenüber eine höhere Toleranz aufweisen.

Jedoch hat man in keinem Fall eine Garantie, dass sich die Füchse einmal anfassen lassen oder einem so sehr vertrauen, dass man etwa mit ihnen Spazieren gehen kann. Jedes Tier hat eine eigene Persönlichkeit und ist als solches einmalig. Wenn man irgendwelche Erwartungen daran hat, wie es sich entwickeln soll, sollte man die Fuchshaltung lieber von vorne herein sein lassen. Denn damit tut man weder sich noch dem Fuchs einen Gefallen.
Man muss immer auf die ungünstigste Entwicklung vorbereitetet sein, und nur wenn man auch bereit ist, ein scheues Tier, das sich kaum sehen lässt, über vielleicht 15 Jahre liebevoll zu versorgen, sollte man die Fuchshaltung überhaupt erst in Betracht ziehen. Denn einen guten Platz für einen Fuchs zu finden, ist schwer genug. Einen guten Platz für einen scheuen oder gar aggressiven Fuchs zu finden, ist nahezu unmöglich!

Als nächstes sei darauf hingewiesen, dass man sich als Fuchshalter eigentlich immer in einer juristischen Grauzone bewegt – sofern die Haltung nicht ohnehin verboten ist (die Gesetzte hierzu sind Ländersache, man muss sich als über die Rechtslage im eigenen Bundesland vorab informieren). Selbst wenn es kein Gesetz gibt, das einem die Haltung untersagt, so ist leider nach wie vor in weiten Teilen der Bevölkerung der Rotfuchs geradezu der Inbegriff von Tollwut. Wenn es sich gar um ein zahmes Tier handelt (etwa, weil es handaufgezogen und auf Menschen geprägt ist), ist das Klischee der tollwütigen Bestie hoffnungslos erfüllt. Man ist deshalb gut beraten, bei der Begegnung von fremden Menschen mit den eigenen Füchsen immer auf die schlimmste Reaktion gefasst zu sein bzw. solche Begegnungen von vorne herein zu vermeiden. Es genügt oft schon, wenn nur einer Tollwut ruft. Und dieser eine findet sich immer irgendwo.

Zwar werden die wilden Fuchspopulationen seit Jahren über Schluckköder geimpft, nichtsdestoweniger scheint es keinen für Tierärzte erhältlichen Impfstoff zu geben, dessen Wirksamkeit für Füchse nachgewiesen ist. Das bedeutet, dass man, selbst wenn man seine Tiere regelmäßig gegen Tollwut impfen lässt und dafür einen Nachweis hat, nicht auf der sicheren Seite ist, wenn die Behörden einem nicht wohlgesonnen sind. Sie können diesen schlicht für nichtig erklären, was, wenn man es ganz übel erwischt, die Beschlagnahmung und Tötung der Tiere zur Folge haben kann.
Jedoch gilt es hier in erster Linie, Nerven und vor allem einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht einfach klein beizugeben.

Ein ebenso ernst zu nehmendes Problem ist der zum Teil irrationale Hass, den der Anblick eines zahmen Fuchses hervorruft. Mancher Zeitgenosse fühlt sich durch die Existenz eines solchen Tieres derart in seiner Weltanschauung bedroht, dass er sich geradezu gezwungen fühlt, es zu vernichten. Es gibt zu viele traurige Beispiele von verstümmelten, vergifteten, angeschossenen oder erschossenen zahmen Füchsen und anderen in Gefangenschaft gehaltenen Caniden. Auch hier gilt also: Man kann nicht vorsichtig und misstrauisch genug sein.

Wenn man bereit ist, sich diesem Unverständnis und der Unwissenheit von großen Bevölkerungsteilen auszusetzen, ja, vielleicht sogar aufzuklären und ein neues, angemesseneres Bild von diesen wunderbaren Tieren zu verbreiten, muss man bei aller Faszination und Liebe realistisch bleiben: Der Fuchs ist und bleibt ein Wildtier. Auch wenn er oft als ein Mittelding zwischen Hund und Katze beschrieben wird: Er ist keines von beiden. Er ist nicht domestiziert, bzw. seine Domestikation wurde erst vor 50 Jahren begonnen – bei Hund und Katze schon vor tausenden von Jahren.

Füchse sind alles andere als ideale Haustiere. Sie haben einen sehr starken Eigengeruch, ein enormes Zerstörungspotenzial, was, gepaart mit ihrer extremen Intelligenz und dem geballten Bewegungsdrang, jeden Mitbewohner um Schlaf und Möbel bringt.
Hinzu kommt eine unvorhersehbare Persönlichkeit jedes einzelnen Tieres. Unvorhersehbar und nicht nachvollziehbar sind auch ihre Kriterien, nach denen sie manche Menschen geradezu vergöttern und sich vor anderen in Panik verstecken.
Das ist nicht unproblematisch, denn die Versorgung der Tiere muss natürlich auch dann gewährleistet sein, wenn ihre Bezugsperson sich (z.B. krankheits- oder urlaubsbedingt) nicht um sie kümmern kann.

Ihre allgemeine Schreckhaftigkeit ist ein entscheidendes Merkmal. Es ist ausschlaggebendes Argument dafür, dass eine Beziehung zwischen Fuchs und Halter ausschließlich auf absolut zwangloser, freundschaftlicher und vertrauensvoller Gegenseitigkeit aufgebaut werden kann.

 

Wenn eine solche Vertrauensbasis gegeben ist, dann - und nur dann – kann ein Fuchs auch Tricks lernen, kann auf Zuruf kommen und z.B. an eine Leine gewöhnt werden.
Ein Spaziergang im Wald – und zwar dort, wo sonst kein Mensch und vor allem auch kein Hund ist – kann für einen Fuchs ein wunderschönes, spannendes und aufregendes Erlebnis sein. Nicht so für seinen Menschen! Der nämlich muss hinterher rennen, durch Dornen und Dickicht kriechen, und wenn er nicht aufpasst, steckt er am Ende in einem fremden Fuchsbau. Dabei hat er natürlich ständig die Umgebung im Auge, immer darauf achtend, dass keine Jäger oder wütende Hunde auftauchen, während sein fröhlicher, hyperaktiver Gefährte am anderen Ende der Leine schon wieder durch irgendeinen Zaun geschlüpft ist oder die Leine um tausend kleine Ästchen verwickelt hat.
Wie gesagt, man kann dem Fuchs die Bedeutung gewisser Kommandos beibringen, aber man muss sich immer bewusst sein, dass er sie nur befolgt, wenn er das auch will.
Wer einen Fuchs zu irgendetwas zwingen, für etwas bestrafen oder irgendwie „unterordnen“ will, erreicht damit einzig und allein, dass das Vertrauensverhältnis zerbricht. Man hat dann überhaupt keine Grundlage mehr, von der aus man arbeiten kann. Stattdessen hat man einen Fuchs, der sich vor seinem Besitzer fürchtet. Angst kann bei Füchsen zu starker Aggression führen – ein mitunter tödliches Problem für ein Tier, das schon von vorne herein den Ruf der tollwütigen Bestie hat!

HaltungHaltung

Füchse sind soziale Tiere, die in freier Wildbahn in mehr oder weniger losen Familienverbänden leben. Deshalb sollten sie nicht alleine gehalten werden. Optimal ist sicherlich die Paarhaltung. Als problematisch wird die Haltung von mehreren intakten Fähen beschrieben, jedenfalls, wenn diese in Gesellschaft eines ebenfalls intakten Rüden sind. Fähen gelten im Allgemeinen als launisch.
Bei entsprechend großem Platzangebot lassen sich Füchse durchaus auch in größeren Gruppen halten. In Japan gibt es ein ganzes „Fuchsdorf“, wo diverse Farbspielarten des Rotfuchses und Polarfüchse auf einer riesigen Fläche gemeinsam gehalten.
Es ist aber in jedem Fall nötig, ein Ersatzgehege bereitzuhalten, denn zu Streitigkeiten kann es immer und nicht selten unvermittelt kommen. Ich selbst habe meine Rüden zwar immer als sehr soziale, friedliche, freundliche und sanfte Tiere erlebt, aber es gibt auch genügend Gegenbeispiele, wo sich Füchse gegenseitig verletzen (auch im Spiel ohne Absicht) oder gar töten (wie in den USA bei zwei intakten Rüden geschehen, die miteinander aufgewachsen waren).
Zumindest intakte Tiere sind übrigens fast immer sehr adoptionsfreudig, sodass ein Welpe innerhalb kurzer Zeit (meist ist es eine Sache von wenigen Minuten) als Jungtier angenommen wird und dann mit selbstloser Hingabe gefüttert und umsorgt wird. Bei kastrierten Rüden kann die Gewöhnung an ein Jungtier ein paar Tage dauern. Über kastrierte Fähen liegen mir keine Erfahrungsberichte vor. In jedem Fall muss man aber natürlich dabei bleiben und zur Not eingreifen. Schließlich hat jedes Tier seine eigene Persönlichkeit und reagiert entsprechend auch nicht zwingend, wie man es erwarten würde oder sich erhofft.

Es ist sehr wichtig, dass den Tieren in ihrem Gehege mehrere Verstecke und Rückzugsorte vor einander und auch vor den Blicken von Besuchern zur Verfügung stehen. Häufig schlafen auch Füchse, die sich einander wirklich zugehörig fühlen, nicht an einem gemeinsamen Schlafplatz.

Ideal ist die Haltung in einem großen Außengehege. Vorgeschrieben sind für ein Paar Rotfüchse oder Polarfüchse in Deutschland mindestens 20m² Grundfläche. In Österreich werden 30m² gefordert, in der Schweiz 60m². Generell gilt, je größer desto besser. Das Gehege sollte rundum geschlossen sein, also auch ein Dach und einen geschlossenen Boden haben. Da Füchse sehr gerne graben, sollte ihnen auf jeden Fall ein Flecken Erde zur Verfügung stehen, wo sie dieser Beschäftigung nachgehen können. Unterschätzt wird oftmals ihre Fähigkeit zu klettern. Baumstämme und Etage bereichern nicht nur die Innenausstattung und bieten beliebte Aussichtspunkte, sie fördern auch die Geschicklichkeit. Es ist beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit die Tiere dieses Angebot nutzen.

 

Füchse, die als verwaiste Welpen von Hand aufgezogen wurden und nicht wieder auswilderbar sind, kann man, wenn sie im Haus und in der Familie aufgewachsen sind, nicht einfach so in ein Außengehege „abschieben“. Für solche zahmen Tiere bietet sich die Alternative an, wenn man die Möglichkeit dazu hat, ein Außengehege über eine Katzenklappe mit dem Haus zu verbinden, sodass das Tier nach wie vor Familienanschluss hat. Die Erfahrung hat gezeigt, dass solche „Familienfüchse“ auch mit Hunden enge Freundschaften knüpfen können, sodass hier nicht zwingend ein zweiter Fuchs aufgenommen werden muss, damit der Fuchs seinem natürlichen Sozialverhalten nachgehen kann, soweit das in Gefangenschaft möglich ist.
Fremde Hunde, die einem z.B. auf Spaziergängen begegnen, stellen in jedem Fall eine ernstzunehmende Gefahr für Tier und evtl. auch Halter dar, weshalb man solchen Begegnungen von vorne herein aus dem Weg gehen sollte. Es ist keine Bösartigkeit von Hunden, dass es in ihrer Natur liegt, Füchse anzugreifen. Und es wäre einfach fahrlässig zu erwarten, dass es in der Verantwortung des Hundehalters liegt, dafür zu sorgen, dass dem Fuchs nichts passiert.

Generell ist bei Füchsen und anderen Tieren Vorsicht geboten. Die Körpersprache von Füchsen ist der von Hunden zwar sehr ähnlich und eine Verständigung ohne Missverständnisse deshalb anscheinend möglich, aber, wie bereits erwähnt, erinnern sich die meisten Hunde instinktiv daran, dass es zu den Aufgaben zumindest ihrer Vorfahren gehörte, Füchse zu jagen und zu töten. Die Gewöhnung von Hund und Fuchs aneinander muss deshalb sehr behutsam und vorsichtig verlaufen. Eine Garantie, dass es gut geht, gibt es nicht. Man muss einfach respektieren, dass bei manchen Hunden der Jagdinstinkt eine solche Freundschaft unmöglich macht.
Katzen wiederum sind natürliche Nahrungsrivalen. Es empfiehlt sich deshalb unbedingt, erwachsenen Katzen auf Spaziergängen mit einem Fuchswelpen aus dem Weg zu gehen, da diese unter Umständen aggressiv reagieren.
Im selben Haushalt können Katzen und Füchse leben, wenn sie zusammen aufgewachsen sind. Es kommt auch vor, dass sich erwachsene Katzen mit Füchsen anfreunden (selbst mit wildlebenden Tieren ist das schon beobachtet worden). Auch für die umgekehrte Kombination gibt es mindestens ein positives Beispiel. Aber grundsätzlich sind Katzen und Füchse von Natur aus Feinde, und sie wissen das auch. Von beleidigtem Ignorieren bis hin zu Kämpfen und tödlichen Verletzungen ist alles möglich und nicht wirklich unwahrscheinlich. Vor allem erwachsene Füchse können für Katzenkinder sehr gefährlich werden. Insbesondere ist davor zu warnen, Katzen in die Nähe von erwachsenen Füchsen zu lassen, wenn Fuchswelpen in der Nähe sind (unabhängig davon, ob es sich bei den Füchsen um die Eltern handelt!). Füchse haben zumeist einen starken Beschützerinstinkt für Welpen und werden deshalb jede potentielle Gefahr für die Kleinen mit allen Mitteln zu beseitigen suchen.

Kleinere Tiere passen allzu sehr ins Beuteschema und sollten deshalb unbedingt außerhalb der Reichweite der Füchse untergebracht werden.

ErnährungErnährung

Füchse fressen fast alles, von Hunde- und Katzenfutter über Rohfleisch und ganze Futtertiere bis hin zu Obst, Nüssen, Eiern, Insekten, Regenwürmern und vielem anderen mehr. Die letzteren Appetithäppchen kann sich ein zahmer Fuchs evtl. auf dem Spaziergang zusammensuchen. Das ist auch eine gute Gelegenheit, alle möglichen Kräuter zu fressen.


Als Grundfutter sollte auf jeden Fall Fleisch in irgendeiner Form zur Verfügung stehen. Grundsätzlich kann man sich an der Ernährung von Hunden und Katzen orientieren. Zumindest gelegentlich sollten ganze (toten) Futtertiere wie Mäuse, Kaninchen, Hühner o.ä. angeboten werden, um eine artgerechte Ernährung und Beschäftigung zu gewährleisten. Eintagsküken eignen sich nicht als Alleinfutter.

Nüsse sind ganz besondere Leckerbissen, die sich gut zum Trainieren benutzen lassen, ebenso Käse und Wurst. Manche Füchse würden für ein rohes Ei alles tun, andere bevorzugen es gekocht.

 

Eine Eigenheit der Füchse ist es, Futter zu vergraben und zu einem späteren Zeitpunkt zu fressen. Dies ist nicht nur in der Wohnung problematisch, wo übrigens eines der beliebtesten Verstecke das Bett des Halters darstellt, sondern auch im Außengehege. Es ist deshalb wichtig, nicht zu viel auf einmal zu füttern, damit nicht irgendwann das Gehege eine Brutstätte für Fliegen und ähnliches wird.

KrankheitenKrankheiten

Ausführliche Informationen zur Bedeutung von Tollwut und Fuchsbandwurm finden Sie auf den Seiten von wir-fuechse unter „Über Füchse“.


Andere Krankheiten werden in dem Buch „Das Pelztierbuch“ von Ulf Dieter Wenzel (1990) beschrieben. Es liegt auf jeden Fall auch in der Verantwortung des Halters, sich über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und nicht blind dem Rat des Tierarztes zu vertrauen, der vielleicht gar keine Erfahrung mit Füchsen hat.

Einige medizinische Daten werden in dem unter Literatur angegebenen Ringbuch von Wolf Park aufgelistet.

zusätzliche Infoszusätzliche Infos

  • Domestikationsexperiment in Russland (pdf 0,3 MB)
  • Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren (pdf 1,3 MB)
  • wir-fuechse.de (web)

LiteraturLiteratur

  • Running with the Fox von David MacDonald (1987)

Verhaltensbiologie von Füchsen in Gefangenschaft und in Freiheit, sollte jeder Fuchshalter gelesen haben.

  • The Management of Red Foxes in Captivity von Jessica Addams and Andrew Miller (Wolf Park)

sehr informativ, gute Ideen zu Gehegebau und -einrichtung, Beschäftigung, Futter, Tricks usw.

  • Wilde Füchse - ganz vertraut von Günther Schumann (2006)

Erfahrungen mit wildlebenden Rotfüchsen

  • Das Pelztierbuch von Ulf Dieter Wenzel (1990)

nicht schön, aber informativ was die Gesundheit von Füchsen und anderen als Pelztiere gezüchtete Arten angeht

  • The World of the Fox von Rebecca L. Grambo (1995)

wunderschöne Fotos von Fuchsarten, die in Nordamerika heimisch sind

AutorAutor

Text:

  • Lidiya 08/2010

Bilder:

  • Lidiya 08/2010